Bon App! – Französische Küche ganz leicht gemacht

Französische Küche hat für mich schon immer etwas mit Genuss, Lebensart und natürlich auch mit Wein zu tun. Isabelle Dunn zeigt in „Bon App!“, dass französische Klassiker erstaunlich unkompliziert gelingen können. Ein sehr gutes Kochbuch mit mehr als 100 Rezepten – bei dem mir persönlich allerdings etwas Entscheidendes fehlt: der französische Wein.

Französische Küche ohne unnötige Komplikationen

Ich gebe zu: Bei einem Kochbuch über französische Küche werde ich hellhörig. Frankreich steht für mich nicht nur für gutes Essen, sondern für eine besondere Verbindung von Lebensart, Genuss und dem bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

Umso neugieriger war ich auf „Bon App!“ von Isabelle Dunn.

Mein erster Eindruck: Dieses Buch macht es einem leicht, sich an die französische Küche heranzuwagen. Mehr als 100 Rezepte laden dazu ein, französische Klassiker kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Dabei vermittelt Isabelle Dunn nicht den Eindruck, man müsse erst zum französischen Spitzenkoch werden, bevor man sich an diese Küche wagen darf.

Genau das gefällt mir.

Die Rezepte wirken alltagstauglich und sind so aufbereitet, dass man tatsächlich Lust bekommt, den Kochlöffel in die Hand zu nehmen. Dazu kommt die sehr ansprechende Gestaltung mit zahlreichen Fotos und Illustrationen. Für mich gehört das bei einem guten Kochbuch dazu: Schon beim Durchblättern sollte man Appetit bekommen.

Und das schafft „Bon App!“ durchaus.

Was mir ebenfalls gefällt, ist der vergleichsweise lockere Umgang mit der französischen Küche. Isabelle Dunn versucht nicht, aus jedem Rezept eine kulinarische Wissenschaft zu machen. Stattdessen vermittelt sie französische Klassiker auf eine moderne und unkomplizierte Art.

Für mich ist das ein großer Pluspunkt.

Aber: Wo bleibt der Wein?

Und jetzt komme ich zu dem Punkt, an dem ich das Buch aus meiner ganz persönlichen Sicht etwas anders betrachte.

Das mag daran liegen, dass ich eine französische Küche ohne Wein aus persönlicher Erfahrung nur schwer nachvollziehen kann. Für mich gehören Essen und Wein in Frankreich einfach zusammen. Nicht zwingend im Sinne eines teuren Tropfens zu jedem Gang, sondern als Bestandteil einer Genusskultur.

Gerade deshalb ist es für mich erstaunlich, dass dieses Thema in einem Kochbuch mit mehr als 100 französischen Rezepten praktisch keine Rolle spielt.

Dabei hätte das Buch dafür geradezu ideale Voraussetzungen.

Frankreich bietet eine enorme Vielfalt an Weinregionen, Rebsorten, Appellationen und Weinstilen. Ob Loire, Burgund, Bordeaux, Rhône, Elsass, Provence oder Champagne – allein die französische Weinwelt eröffnet unzählige Möglichkeiten, ein Gericht nicht nur zu kochen, sondern auch passend zu begleiten.

Und genau das hätte ich mir bei „Bon App!“ gewünscht.

Nicht zu jedem Rezept eine seitenlange Weinempfehlung. Das wäre aus meiner Sicht sogar zu viel. Aber ein kleiner Hinweis, welcher Wein zu welchem Gericht passen könnte, hätte das Buch für mich noch interessanter und perfekter gemacht.

Denn manchmal ist es gerade die Kombination, die ein Essen zu einem besonderen Erlebnis macht.

Ein leichter Weißwein kann ein Fischgericht ganz anders wirken lassen. Ein kräftiger Rotwein kann ein Schmorgericht wunderbar begleiten. Zu einem Käsegericht eröffnen sich wieder völlig andere Möglichkeiten. Und für einen französischen Apéro muss man über Schaumwein ohnehin nicht lange diskutieren.

Das hätte für mich perfekt zu diesem Buch gepasst.

Kochen, einschenken und genießen

Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum „Bon App!“ bei mir einen kleinen zusätzlichen Gedanken ausgelöst hat.

Als ich mehrere der Rezepte ausprobierte, kam bei mir die Frage: Was schenke ich dazu ein?

Und genau hier sehe ich auch die Verbindung zu Getränke-Post.

Ich möchte ein Kochbuch nicht nur danach beurteilen, ob die Rezepte funktionieren. Für mich gehört zum Genuss auch das Getränk. Gerade bei der französischen Küche bietet sich diese Verbindung meiner Meinung nach ganz besonders an.

Dabei muss es keineswegs immer der große und teure französische Wein sein. Frankreich hat auch viele interessante und bezahlbare Weine zu bieten. Entscheidend ist für mich vielmehr, dass Essen und Wein miteinander harmonieren und sich gegenseitig ergänzen.

„Bon App!“ bringt die französische Küche auf unkomplizierte Weise auf den Teller.

Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch Frankreich auch ein wenig ins Glas bringt.

Mein persönliches Fazit

„Bon App!“ ist für mich ein Kochbuch, das vor allem eines schafft: Es macht Lust darauf, französisch zu kochen.

Die mehr als 100 Rezepte, die moderne und unkomplizierte Herangehensweise und die schöne Gestaltung machen das Buch zu einer gelungenen Einladung, die französische Küche einmal selbst auszuprobieren.

Ich mag besonders, dass hier keine unnötige Ehrfurcht vor der französischen Küche aufgebaut wird. Man darf kochen, ausprobieren und seinen eigenen Weg finden.

So bleibt bei mir nach dem Durchlesen und Umsetzen von Rezepten von „Bon App!“ vor allem eines hängen:

Ich habe Lust bekommen, französisch zu kochen. Und ziemlich sicher werde ich dazu auch eine Flasche französischen Wein öffnen.

Buchdaten

Titel: Bon App! – 100+ französische Klassiker, ganz easy
Autorin: Isabelle Dunn
Verlag: Dorling Kindersley Verlag GmbH
Umfang: 304 Seiten
Ausstattung: Hardcover
ISBN: 978-3-8310-5311-7
Preis: 30,00 Euro