Haus Cramer baut Personal und Kosten weiter ab
Die Haus Cramer Gruppe plant im laufenden Geschäftsjahr weitere Maßnahmen zur Kostensenkung. Im Mittelpunkt steht die Anpassung der Organisations- und Personalstrukturen am Standort Warstein. Nach Angaben des Unternehmens sollen dadurch rund 125 Arbeitsplätze beziehungsweise Vollzeitstellen (FTE) entfallen.
Der geplante Personalabbau ist Teil einer umfassenden Restrukturierung. Neben den Personalkosten sollen auch die Sachkosten deutlich gesenkt werden. Ziel ist es laut Haus Cramer, das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen.
CEO und CRO Bodo-Joachim Wendenburg begründet die Maßnahmen mit den rückläufigen Bierabsätzen in Deutschland. Nach Angaben der Haus Cramer Gruppe ist der Bierabsatz hierzulande innerhalb der vergangenen zehn Jahre um rund 19 Prozent gesunken. Der Pilsbier-Absatz im Handel sei im gleichen Zeitraum sogar um 21 Prozent zurückgegangen.
Rund 50 Stellen sollen über natürliche Fluktuation wegfallen
Ein Teil des geplanten Stellenabbaus soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Nach Unternehmensangaben könnten rund 50 der betroffenen Arbeitsplätze durch altersbedingte Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse abgebaut werden.
Für die weiteren betroffenen Arbeitsplätze führt die Geschäftsführung bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Ziel seien sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten.
Die Haus Cramer Gruppe plant, die Kostensenkungsmaßnahmen bis Ende 2026 abzuschließen.
Brauereistandorte Herford und Paderborn Teil der Restrukturierung
Die aktuellen Maßnahmen bauen auf bereits eingeleiteten Veränderungen innerhalb der Unternehmensgruppe auf. Dazu zählen die Schließung und Verlagerung der Brauerei in Herford sowie der laufende Verkaufsprozess für die Brauerei in Paderborn.
Damit konzentriert sich die Restrukturierung nicht allein auf den Personalbereich, sondern umfasst auch die Produktions- und Standortstrukturen der Gruppe.
Investitionen in Entalkoholisierung und erneuerbare Energie
Trotz des Sparkurses will die Haus Cramer Gruppe nach eigenen Angaben an wichtigen Zukunftsinvestitionen festhalten. Dazu gehört die Errichtung einer modernen Entalkoholisierungsanlage am Standort Warstein, die noch 2026 entstehen soll.
Darüber hinaus ist eine Windenergieanlage am Standort Warstein geplant. Sie soll im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen.
Mit der Entalkoholisierungsanlage reagiert das Unternehmen zugleich auf die wachsende Bedeutung alkoholfreier und alkoholreduzierter Bierangebote. Die Investition in Windenergie soll die Energieversorgung am Standort ergänzen.
Warsteiner soll 2026 einen Markenrelaunch erhalten
Auch bei der Marke Warsteiner stehen Veränderungen an. Der geplante Markenrelaunch soll noch 2026 gestartet werden. Die kommunikative Begleitung des neuen Markenauftritts ist ab 2027 vorgesehen.
Damit verbindet die Haus Cramer Gruppe die laufende Restrukturierung mit Maßnahmen zur Weiterentwicklung ihres Marken- und Produktportfolios.
Haus Cramer setzt auf Restrukturierung und Zukunftsinvestitionen
Die Haus Cramer Gruppe steht damit vor einem umfangreichen Umbau. Sinkende Absatzmengen im deutschen Biermarkt erhöhen nach Darstellung des Unternehmens den Kostendruck. Gleichzeitig sollen Investitionen in Entalkoholisierung, erneuerbare Energie und die Marke Warsteiner die Grundlage für die weitere Entwicklung schaffen.
Bodo-Joachim Wendenburg betonte im Rahmen einer Mitarbeitendenversammlung, dass er in seinen ersten Monaten am Standort Warstein ein engagiertes und motiviertes Team kennengelernt habe. Die Belegschaft werde nach seiner Einschätzung eine wichtige Rolle bei der weiteren Umsetzung der Restrukturierung spielen.

