Aktionswoche Alkohol 2026: DVR fordert Null-Promille-Grenze für alle Autofahrer

Anlässlich der Aktionswoche Alkohol 2026 warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) vor den weiterhin hohen Unfallzahlen durch Alkoholkonsum im Straßenverkehr. Der Verband fordert ein generelles Alkoholverbot für alle Autofahrer sowie strengere Regeln für Radfahrer.

Alkohol bleibt ein großes Risiko im Straßenverkehr

Trotz rückläufiger Unfallzahlen bleibt Alkohol eine der größten vermeidbaren Gefahren im deutschen Straßenverkehr. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ereigneten sich im Jahr 2025 bundesweit rund 34.300 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Dabei kamen 166 Menschen ums Leben, etwa 3.700 wurden schwer und rund 13.800 leicht verletzt.

Auch wenn die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten gegenüber dem Vorjahr zurückging, sieht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Rein statistisch ereignet sich in Deutschland alle 15 Minuten ein Alkoholunfall. Etwa alle zwei Stunden wird dabei ein Mensch schwer verletzt.

DVR fordert generelle Null-Promille-Regel

Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni 2026 spricht sich der DVR für eine grundlegende Verschärfung der gesetzlichen Regelungen aus. Der Verband fordert die Einführung eines absoluten Alkoholverbots für alle Pkw-Fahrenden.

Derzeit gilt die Null-Promille-Grenze ausschließlich für Fahranfänger in der Probezeit sowie für Personen unter 21 Jahren. Für alle anderen Kraftfahrzeugführenden gelten abgestufte Promillegrenzen zwischen 0,3 und 1,1 Promille.

Nach Ansicht des DVR vermittelt dieses System eine trügerische Sicherheit. Der Verband argumentiert, dass bereits geringe Mengen Alkohol Konzentration, Reaktionsvermögen und Risikobewusstsein beeinträchtigen können.

Zusätzlich fordert der DVR, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) künftig bereits ab 1,1 Promille verpflichtend angeordnet wird. Bislang erfolgt dies in der Regel erst ab 1,6 Promille.

E-Scooter ebenfalls betroffen

Ein generelles Alkoholverbot würde auch für E-Scooter gelten, da diese rechtlich als Kraftfahrzeuge eingestuft werden. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde bei rund zwölf Prozent aller E-Scooter-Unfälle im Jahr 2024 Alkoholeinfluss festgestellt.

Sorge um steigende Alkoholunfälle im Radverkehr

Besonders kritisch bewertet der DVR die Entwicklung im Radverkehr. Im Jahr 2024 wurden laut Destatis erstmals die meisten Alkoholunfälle von Radfahrenden verursacht. Ihr Anteil lag bei 43 Prozent aller registrierten Alkoholunfälle.

Derzeit gilt für Radfahrende ein Grenzwert von 1,6 Promille, ab dem eine Straftat vorliegt. Der DVR fordert die Einführung eines Ordnungswidrigkeitstatbestands bereits ab 1,1 Promille, um alkoholbedingte Risiken früher sanktionieren zu können.

Nach Ansicht des Verbandes beeinträchtigt Alkohol auch beim Fahrradfahren Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und die Fähigkeit zur Einschätzung von Gefahrensituationen erheblich.

Aktionswoche Alkohol setzt auf Prävention

Die Aktionswoche Alkohol wird von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen organisiert und findet alle zwei Jahre statt. Ziel der bundesweiten Kampagne ist es, über die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Risiken von Alkoholkonsum aufzuklären sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken zu fördern.

Zahlreiche Kommunen, Verbände und Institutionen beteiligen sich mit Informations- und Präventionsangeboten. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat unterstützt die Initiative als offizieller Partner.