Das Trinken von Bier und Wein – und seit der Neuzeit auch von Spirituosen – ist seit Jahrtausenden bei unterschiedlichen gesellschaftlichen Anlässen obligatorisch. Eine Welt ohne Alkohol und damit eine Vielzahl von gemeinschaftlichen Aktivitäten, bei denen nicht die entsprechenden Getränke für eine anregende oder ausgelassene Stimmung sorgen, sind kaum vorstellbar.
Die Große Sonderausstellung spannt einen Bogen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Der geografische Ausgangspunkt ist der südwestdeutsche Raum, ergänzt durch historisch wichtige Bezüge in die mediterrane und vorderasiatische Welt. Warum und wie Alkohol Gemeinschaft, Identität und damit zugleich soziale Abgrenzung schafft, ist eine der zentralen Fragen der Ausstellung. Darüber hinaus thematisiert sie Alkohol als Wirtschaftsfaktor: seine ökonomische Bedeutung als Nahrungsmittel und Handelsware und geht auch auf historische Herstellungsweisen ein.
Abgesehen von seiner kulturhistorischen Bedeutung handelt es sich bei Alkohol um ein Rauschmittel, das nicht nur Entspannung, Genuss und Ausgelassenheit, sondern erhebliche Gefahren mit sich bringt. Warum wirkt Alkohol zunächst so positiv auf unser Gehirn und erzeugt ein allgemeines Wohlgefühl und eine erhöhte Kommunikationsbereitschaft? Und wie verhält es sich mit den als eher negativ empfundenen unmittelbaren Folgen wie Enthemmung, Übelkeit und dem klassischen „Kater“? In diesem Spannungsfeld geht die Ausstellung auf die Problematik von Abhängigkeit und Gesundheitskosten und auch auf die Suchtprävention ein.
Die Ausstellung „Berauschend. 10.000 Jahre Bier und Wein“ führt den Besucher*innen vor Augen, welche lange Geschichte der Konsum von alkoholischen Getränken in unserem Kulturraum hat und wie stark er bis heute in unserem alltäglichen Leben verankert ist. Zentral sind dabei weniger die technischen Aspekte der modernen Produktionsprozesse oder die Vielfalt an Produkten als vielmehr die Rolle, die Alkohol in sozialen Kontexten der Vergangenheit und Gegenwart spielt. Die Präsentation soll es den Besucher*innen ermöglichen, ihre persönliche Lebenswelt, ihr Umfeld und ihr eigenes Konsumverhalten vor einem epochenübergreifenden Hintergrund zu reflektieren, der von internationaler Breite auf regionale Traditionen fokussiert.
Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Länder und der Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e. V.
Ausstellungsort: Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart
Laufzeit: 22.10.2022 bis 30.4.2023
Öffnungzeiten: Di, Mi & Fr-So 10-17 Uhr, Do 10-19 Uhr
Webseite: landesmuseum-stuttgart.de



