Frühester Erntebeginn der Geschichte
Die Champagne hat die Weinlese 2026 abgeschlossen – und blickt auf ein außergewöhnliches Weinjahr zurück. Nach intensiven Spätfrösten im Frühjahr, einer sehr frühen Blüte und gleich fünf Hitzewellen im Sommer reiften die Trauben in enormem Tempo. Offizieller Lesebeginn war der 12. August, einzelne Erzeuger starteten bereits am 6. August. Ab dem 17. August lief die Ernte im gesamten Anbaugebiet – fast zwei Wochen früher als im Vorjahr und damit der früheste Erntebeginn in der Geschichte der Region.
Geringere Menge, außergewöhnliche Qualität
Der durchschnittliche Ertrag fällt aufgrund kleinerer Beeren infolge der Dürre eher niedrig aus. Entscheidender als die Menge ist jedoch der außerordentlich gute Gesundheitszustand des Leseguts. Maxime Toubart, Präsident des Syndicat Général des Vignerons de la Champagne und Co-Präsident des Comité Champagne, betont: „Das Weinjahr 2026 war absolut außergewöhnlich und stellte vertraute Abläufe auf den Kopf. Durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Anpassungsfähigkeit konnten die Winzerinnen und Winzer die Herausforderungen dieser besonderen Lese erfolgreich meistern.“
Widerstandsfähige Reben trotz Hitze
Trotz anhaltender Hitze und Trockenheit zeigten sich die Weinberge erstaunlich widerstandsfähig: Das Laubkleid blieb grün und vital, Sonnenbrand oder Verbrennungen blieben aus. Die rasche Reife und die ausschließlich manuelle Lese erforderten jedoch eine hochflexible Organisation – Erntepläne wurden kurzfristig angepasst, Lesehelfer mobilisiert und das Traubengut zügig eingebracht.
Zum Gelingen trug auch das soziale Engagement der Region bei: Im Rahmen der Initiative „Gemeinsam für die Weinlese in der Champagne“ koordinierten Betriebe, Behörden und lokale Partner die Betreuung von rund 100.000 Lesehelfern unter optimalen Arbeitsschutz- und Gesundheitsbedingungen – inklusive angepasster Arbeitszeiten während der Hitzephasen zu Beginn der Ernte.
David Chatillon, Präsident der Union des Maisons de Champagne und Co-Präsident des Comité Champagne, ergänzt: „Dank des vorbildlichen Zusammenhalts der Berufsfamilien konnten wir diese frühe Lese unter sehr guten Bedingungen abschließen. Das Lesegut ist in hervorragendem Zustand, gesund und voll ausgereift.“
Vielversprechende erste Verkostungen
Die Moste zeigen Werte, wie man sie in der Champagne nur selten antrifft: hohe Ausreifung bei gleichzeitig typischer Frische. Erste Verkostungen beeindrucken durch Konzentration, ausgeprägte Frucht, Finesse und eine stimmige Säurestruktur. Die schonende Handlese ganzer Trauben mit präziser Pressung und Fraktionierung trug wesentlich dazu bei, diese Frische zu bewahren.
Für die Assemblagen stehen den Kellermeistern künftig drei sehr unterschiedliche Jahrgänge zur Verfügung: das kühle, feuchte Jahr 2024, das warme Jahr 2025 sowie das extrem heiße Jahr 2026. Auch wenn eine abschließende Beurteilung noch aussteht, weckt die Ausgewogenheit der Moste bereits jetzt Erinnerungen an legendäre historische Jahrgänge wie 1921, 1947 oder 1959.






