Das Mosel-Modell: Deutschlands erste Wein-Solawi startet in vierte Saison

• Bieterrunde am 1. Mai in Traben-Trarbach

• Im neuen Jahrgang sind noch Plätze frei

• Gemeinsames Lernen und Erleben – auch in Frankreich und Ungarn

Traben-Trarbach– Nachhaltiger Wein ist angesagt, Do-It-Yourself ist angesagt, gemeinschaftliches Handeln ist angesagt. Was ist die logische Konsequenz? Genau: nachhaltigen Wein kollektiv selber erzeugen, von der Pflanzung bis zur Abfüllung. Die Gelegenheit dazu bietet SolaWino, Deutschlands erstes Weinbauprojekt, das nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft funktioniert.

Am 1. Mai 2023 nimmt die vom Jungwinzer Jan-Philipp Bleeke gestartete Initiative die Arbeit am Jahrgang 2023 auf. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich für die Bieterrunde an diesem Tag anzumelden, um einen Anteil zu erwerben. Die Veranstaltung findet im schönen Traben-Trarbach statt, einem der Zentren des Moselweinbaus. Wer es am 1. Mai nicht dorthin schafft, kann online teilnehmen – und schon mal einen Eindruck davon gewinnen, was die SolaWino und ihren Gemeinschaftsgedanken ausmacht. Bleeke sagt: “Die Solidarität und das Vertrauen, das mir die Mitglieder zu mir als Produzenten und „Projektmanager“ entgegenbringen, haut mich am Tag der Bieterrunde regelmäßig um. Hier übernehmen rund 80 Leute Verantwortung für ein nachhaltiges und biologisches Wirtschaften und den Erhalt von Steillagen an der Mosel.“

Denn die SolaWino-Mitglieder – nicht wenige sind seit dem ersten Jahrgang 2020 dabei – teilen mehr als das Interesse an Wein(bau), die Liebe zur Natur und die Lust am Anpacken. Nämlich gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse: Im Steilhang zusammen Reben aufzubinden oder „auszubrechen“ und Trauben zu lesen verbindet ebenso wie das gemeinsame Abfüllen des Weins. Außerdem lädt Jan-Philipp Bleeke mehrmals im Jahr zu Wochenenden an die Mosel. Dann geht es mal um Wein-Tasting, mal ums Feiern und immer um Genuss: von gutem Wein, gutem Essen, guten Gesprächen.

Diese Kombination ist vielen Mitgliedern Anreiz genug, um regelmäßig an die Mosel zu reisen, sei es aus Köln, dem Ruhrgebiet oder gar aus Berlin. Florian Kohl, der mit seiner Frau Jessica Pahl das Restaurant „Labsal“ in Dortmund betreibt und seit 2020 dabei ist, drückt es so aus: „Wir haben wenig Freizeit, aber Treffen mit der SolaWino sind immer eine riesige persönliche Bereicherung für uns – und eine Weiterbildung. Die Arbeit im Weinberg oder im Keller macht vor allem den Kopf frei und bringt uns mit netten Menschen zusammen. Sie schafft aber auch berufliche Synergieeffekte.“

SoLaWino: offen für alle

Insgesamt werden 50 Anteile an der SoLaWino ausgegeben. Wer einen davon erwirbt, sei es allein, zu zweit oder als Familie, nimmt für ein Jahr teil: Es geht darum, die Weinproduktion in allen Schritten kennenzulernen und als Kreislauf zu begreifen. Dabei verpflichten sich die Mitglieder zu nichts außer zur Zahlung der von ihnen selbst festgelegten Monatsbeiträge. Die Gutverdienerin ist in der SolaWino ebenso willkommen wie der Student.

Die Zahlungen für die Anteile decken die Kosten für die Bewirtschaftung der Rebflächen und des Ausbaus des Weins. Im Gegenzug erwerben die Mitglieder neben Wissen und weinfachlichen sowie persönlichen Erfahrungen einen gleichen Anteil an der Jahresproduktion, an der die „Co-Winemaker“ mitgewirkt haben. „Die Mitglieder der SolaWino erleben, was es heißt, an der Mosel Wein herzustellen“, sagt der SolaWino-Gründer. „In den Flaschen sind sozusagen die damit verbundenen Gefühle und die Erinnerungen gespeichert. Das ist eine Erfahrung, die normalerweise Winzerinnen und Winzern vorbehalten ist.“

An der Mosel und über die Mosel hinaus

Im insgesamt vierten Jahr ihres Bestehens soll die SoLaWino ihren Erfahrungs- und Wirkungsraum erweitern und die Steilhänge der Mosel gelegentlich verlassen. Neben Ausflügen zu “Salons“ (kleine Messen, etwa für Naturweine) hat Bleeke den Austausch mit und den Besuch von Winzerkolleginnen und -kollegen in Frankreich und Ungarn vorgesehen.

Über Jan-Philipp Bleeke und die Solawino

Jan-Philipp Bleeke stieg als Autoverkäufer ins Berufsleben ein, bevor er seine ostwestfälische Heimat verließ, um in Neuseeland auf einem Weingut zu arbeiten. Anschließend ging er an die Mosel, wo er eine Weinbauausbildung machte und zum Pionier wurde: Als Jungwinzer ohne eigenes Gut wendete er die Idee der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) auf den Weinbau an. Durch das Modell kann er sich seiner Passion widmen, die auch seine Mission ist: Richtig guten Wein auf eine Weise herzustellen, die die Umwelt schont, Gemeinschaft fördert und Sinn stiftet. So trägt Bleekes an Agroforstprinzipien orientierte Bewirtschaftung der Flächen zum Erhalt der Steillagen an der Mosel bei. Der Austausch mit lokalen, nationalen und internationalen Weinmacherinnen und -machern stärkt die Community-basierte, ressourcenschonende Weinerzeugung.

Interessiert, ein Teil der SolaWino zu werden?
Bitte kontaktieren Sie Jan-Philipp Bleeke:

Jan-Philipp Bleeke Winemaking, 56841 Traben-Trarbach mail: info@jpbwinemaking.com 
web: www.jpbwinemaking.com 
Insta: @Solawino
Tel.: +4917696652273