So weit es mich manchmal in die Welt hinausgetrieben hat, ich komme immer wieder zurück nach Brandenburg. Hier ist meine Familie, hier ist mein privates Glück. Zur Ausbildung als Hotelfachfrau war ich drei Jahre in München. Ich habe dort viel gelernt und auch die bayerische Küche genossen. Trotzdem wollte ich auf jeden Fall wieder zurück nach Brandenburg, nach Potsdam. Hier ist mein Herz. Außerdem brauche ich genau diese Mischung von Natur und Stadt.
Als die Mauer fiel, war ich gerade 14 Jahre alt. Wochen zuvor sah ich im Fernsehen die vielen Menschen, die über die Prager Botschaft in den Westen wollten. Als die Leute bei der Rede von Hans-Dietrich Genscher wie befreit jubelten, wusste ich: da bewegt sich was.
Ich bin behütet aufgewachsen, habe als Kind nichts vermisst. Eine Karriere als Model und all die Möglichkeiten, die ich hatte und habe – das wäre einfach undenkbar gewesen. So gesehen hat die Wende und die Wiedervereinigung mir und einer ganzen Generation auf einen Schlag eine komplett neue Welt mit unvorstellbar vielen Chancen und Möglichkeiten eröffnet.
Ich finde es gut, dass die geografische Herkunft, Ost oder West, in unserer Generation keine Rolle mehr spielt. Trotzdem muss man sich immer mal wieder bewusst machen, dass dieser Zustand nicht selbstverständlich ist. Unsere Eltern, auch meine, haben auf Montagsdemonstrationen für diese Entwicklung gekämpft.



