Diedersdorfer Dauerwald: Bio-Getränkehersteller startet Pionierprojekt für Brandenburgs Wälder und Grundwasser

Ein Bio-Getränkehersteller, lokale Waldeigentümer und der Landkreis Teltow-Fläming bündeln ihre Kräfte: Mit dem „Diedersdorfer Dauerwald" startet am südlichen Stadtrand von Berlin ein wegweisendes Projekt zum Waldumbau – mit erwarteten 24 Millionen Litern zusätzlichem Grundwasser pro Jahr.

Kornelia Wehlan, Sabine Mühlbauer und Markus Mohn vom Landschaftspflegeverband beim Pflanzen erster Bäume. Alle Rechte bei A. Dohrn & A. Timm; Fotograf: Uwe Klemens

v.l.n.r. Nico Karolzyk, Waldeigentümer Karsten Gäbert, Kornelia Wehlan und Sabine Mühlbauer beim Enthüllen der Schautafeln.Alle Rechte bei A. Dohrn & A. Timm; Fotograf: Uwe Klemens

24 Millionen Litern zusätzlichem Grundwasser pro Jahr

Angesichts gravierender Waldschäden in Brandenburg startet ein öffentlich-privates Bündnis ein deutschlandweit beachtenswertes Pionierprojekt: Der „Diedersdorfer Dauerwald" soll auf 50 Hektar Fläche anfällige Kiefern-Monokulturen in klimastabile Mischwälder verwandeln. Initiatoren sind der Bio-Getränkehersteller A. Dohrn & A. Timm aus Diedersdorf, lokale Waldeigentümer sowie der Landkreis Teltow-Fläming.

Den Startschuss gaben am 20. Mai 2026 Vertreter des Brandenburger Forstministeriums, Landrätin Kornelia Wehlan sowie die Inhaberfamilie Mühlbauer von A. Dohrn & A. Timm mit der symbolischen Pflanzung der ersten Bäume.

Kritischer Waldzustand als Ausgangslage

Der Hintergrund des Projekts ist ernst: Laut Waldzustandsbericht 2025 weisen 92 Prozent der Brandenburger Bäume Schäden auf, nahezu 40 Prozent der Waldflächen zeigen deutlich sichtbare Schäden – ein Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Hauptursachen sind anhaltende Dürreperioden, sinkende Grundwasserspiegel und die strukturelle Schwäche historisch gewachsener Kiefern-Monokulturen gegenüber Extremwetterereignissen und Schädlingsbefall.

Das Projekt basiert auf Erkenntnissen des EU-geförderten Forschungsprojekts „LIFE Future Forest" und setzt auf die Pflanzung standortgerechter Baumarten wie Edellaubhölzer, Linden, Hainbuchen und Ahornarten, die Widerstandskraft gegen Trockenheit, Hitze und Waldbrände deutlich erhöhen.

Wasser als zentrales Ziel

Forstwirt und wissenschaftlicher Berater Ludwig Pertl betont die wasserwirtschaftliche Tragweite: Ein gesunder Dauerwald kann mindestens 100 Liter mehr Wasser pro Quadratmeter speichern als konventionelle Flächen. Für das Diedersdorfer Projekt bedeutet das eine erwartete zusätzliche Grundwasserneubildung von rund 24 Millionen Litern jährlich. Hochgerechnet auf ganz Brandenburg wären es bei flächendeckendem Waldumbau rund 350 Milliarden Liter – mehr als der gesamte Wasserbedarf von Berlin und Brandenburg zusammen.

Innovatives Finanzierungsmodell mit Zukunftsprämie

Kernstück des Projekts ist ein neuartiges Fördermodell: A. Dohrn & A. Timm zahlt umbauwilligen Waldeigentümern eine „Zukunftsprämie" von bis zu 400 Euro pro Hektar und Jahr. Damit soll ökologische Waldbewirtschaftung auch wirtschaftlich attraktiv werden und Anreize für den Verzicht auf weitere Kiefern-Monokulturen schaffen.

Sabine Mühlbauer, Inhaberin von A. Dohrn & A. Timm, betont den direkten Zusammenhang zwischen gesundem Wald und sauberem Wasser – für das Unternehmen als Hersteller von Bio-Säften und Bio-Mineralwasser eine unternehmerische Kernüberzeugung. Die Schwesterfirma Brandenburger Mineralbrunnen ist Mitglied der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.