Fruchtglühwein verliert 2025 deutlich an Absatz
Glühwein und andere saisonale Heißgetränke gehören traditionell zur Advents- und Weihnachtszeit. 2025 war die Nachfrage jedoch deutlich schwächer als in den Jahren zuvor. Nach Angaben des Verbands der deutschen Fruchtwein- und Fruchtschaumwein-Industrie (VdFw) sank der Inlandsabsatz von Apfel- und Fruchtglühwein gegenüber 2024 um 11 Prozent – von 10,1 Millionen auf 9 Millionen Liter.
Damit folgt Fruchtglühwein dem allgemeinen Trend im Glühweinmarkt. Nach Daten von Circana ging die Kategorie Glühwein und Punsch im deutschen Lebensmitteleinzelhandel 2025 mengenmäßig um 10,3 Prozent zurück.
Sonniger Dezember beeinflusst die Nachfrage
Als einen wichtigen Grund für die schwache Entwicklung nennt der VdFw die ungewöhnlich milden Temperaturen in der Vorweihnachtszeit. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gehörte der Dezember 2025 zu den sonnigsten Weihnachtsmonaten seit Beginn der Messungen im Jahr 1951.
Frühlingshafte Temperaturen sind für den Absatz heißer Wintergetränke eine Herausforderung. Wenn Weihnachtsmärkte, Gastronomie und private Haushalte weniger Anlass für wärmende Getränke haben, sinkt entsprechend die Nachfrage nach Glühwein und Fruchtglühwein.
Fruchtglühwein bleibt etablierte Kategorie
Trotz des Rückgangs sieht der Verband Fruchtglühweine weiterhin als festen Bestandteil des Wintergeschäfts. Neben klassischem Glühwein auf Traubenweinbasis haben insbesondere Heidelbeer-, Kirsch-, Apfel- und Beerenglühweine ihren Platz im Handel und auf Weihnachtsmärkten.
Die langfristige Entwicklung zeigt allerdings, dass die Kategorie erheblichen saisonalen Schwankungen unterliegt. Nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 mit 6,8 Millionen Litern erreichte der Absatz 2022 mit 11,7 Millionen Litern einen bisherigen Höchststand. Seitdem ist die Menge wieder rückläufig.
Konsumverhalten verändert sich
Neben dem Wetter sieht der VdFw weitere Ursachen für die Entwicklung. Dazu zählen eine allgemeine Konsumzurückhaltung sowie der anhaltende Trend zu einem geringeren Konsum alkoholischer Getränke.
Die Branche reagiert deshalb mit neuen Produktkonzepten auf die veränderten Rahmenbedingungen. Winter-Cider und Produkte mit Aperitif-Charakter sollen zusätzliche Trinkmomente schaffen und die saisonale Kategorie über klassische Glühweinanlässe hinaus erweitern.
Wintergetränke brauchen neue Anlässe
Die Entwicklung zeigt, wie stark saisonale Getränkekategorien vom Wetter und von gesellschaftlichen Konsumtrends abhängig sind. Gleichzeitig bietet die emotional geprägte Vorweihnachtszeit weiterhin Potenzial für innovative Konzepte.
Für Hersteller, Handel und Gastronomie dürfte es deshalb künftig noch wichtiger werden, Wintergetränke mit neuen Geschmacksprofilen, Servierideen und Anlässen zu verbinden – und damit auch bei weniger winterlichem Wetter Nachfrage zu schaffen.




