Italien entwickelt sich vom Weinland zum Bierland und hat jetzt mit dem Italien Grape Ale eine eigene Biersorte

Von Trauben bis Kuchen: Neue Bierstile aus der ganzen Welt

Italien, bekannt für seine erlesenen Weine, betritt neues Terrain und hat jetzt eine eigene Biersorte - das Italien Grape Ale. Mit diesem Hybrid aus Wein und Bier bringt die Apenninenhalbinsel frischen Wind in die Bierlandschaft. Doch es gibt noch weitere neue Bierstile, die weltweit getrunken werden.

Pils, Weizenbier, Helles oder Kölsch: In Deutschland hat Bier eine lange Tradition, und viele Bierstile sind weltweit bekannt und respektiert. 22 deutsche Biersorten führt der Deutsche Brauer-Bund an. Der vom Verband der Privaten Brauereien Deutschlands durchgeführte Wettbewerb European Beer Star prüft rund 2.500 Biere in 73 Bierkategorien. Diese reichen von traditionellen deutschen Stilen wie bis hin zu internationalen Sorten wie IPA, Stout oder Belgian Tripel.

Doch damit nicht genug. Immer wieder ploppen neuartige Biere auf. Denn viele Brauer lieben es, mit Zutaten, Braumethoden und Techniken zu experimentieren. Das führt oft zur Entdeckung neuer Geschmacksprofile und zur Entwicklung neuer Bierstile.

„Die Globalisierung und Vernetzung haben auch dazu beigetragen, dass Bierstile und Brautraditionen aus einem Teil der Welt in andere Teile transportiert werden“, sagt Wolfgang Stempfl, Präsidiumsmitglied für den Fachbereich Weiterbildung im Verband der Diplom Biersommeliers, der 1600 Biersommelière und Biersommeliers in Europa vertritt. „Dabei können sie sich mit lokalen Traditionen vermischen und zu neuen Bierstilen führen. Auch die Craft Bier-Bewegung hat zu einer Renaissance der Bierkultur und einer Explosion von Kreativität und Vielfalt in der Bierwelt geführt.“

Wenn diese neuen Biere es in die Stil-Kataloge der großen internationalen Wettbewerbe wie den European Beer Star oder den World Beer Cup geschafft haben, haben sie sich als neue Biersorte etabliert.

Hier eine Auswahl von neuen Bierstilen, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben.

Italian Grape Ale (IGA): Zugabe von Traubenmost, Trauben oder Traubensaft während des Brauprozesses. Das Resultat ist ein Bier mit weinähnlichen Noten und traditionellen Bieraromen.

Brut IPA: Ein sehr trockenes Indian Pale Ale, inspiriert vom Brut-Champagner. Es verwendet Enzyme, um die meisten Zuckern zu vergären und ein trockenes Finish zu erzeugen.

Milkshake IPA: Dies ist eine Variante des New England IPA, bei der Laktosezucker und oft auch Fruchtzusätze hinzugefügt werden, um ein cremiges Mundgefühl und zusätzliche Süße zu erzeugen.

Kveik: Ein traditionelles Bier, das mit speziellen Hefestämmen aus Norwegen gebraut wird, die bei sehr hohen Temperaturen gären können. Kveik-Biere sind bekannt für ihre fruchtigen Aromen, die an Zitrusfrüchte und tropische Früchte erinnern. Gleichzeitig haben sie eine saubere, trockene Textur und gelegentlich eine leichte würzige Note.

Pastry Stouts: Stouts, die mit Zutaten wie Vanille, Kakao, Kokosnuss und sogar Kuchen oder Keksen gebraut werden, um Geschmacksrichtungen zu erzeugen, die an Desserts erinnern.

Sour IPAs: Eine Kombination aus sauren Bieren und IPAs, die sowohl Hopfenbitterkeit als auch Säure aufweisen.

„In einer sich ständig wandelnden Welt des Geschmacks ist es spannend zu sehen, wie sich die Bierkultur weiterentwickelt und uns ständig mit neuen Geschmackserlebnissen überrascht“, betont Wolfgang Stempfl diese Entwicklung. „Es wird spannend sein zu beobachten, wie zukünftige Experimente und unerwartete Geschmacksexplosionen uns noch erwarten und welche Bierstile sich durchsetzen werden.“