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Jamaika

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Mehr als ein Kochbuch: eine persönliche Reise zu den Wurzeln

Bei manchen Kochbüchern geht es vor allem darum, möglichst viele Rezepte kennenzulernen. Bei „Jamaika – Küche & Kultur“ interessiert mich besonders die Geschichte dahinter.

Kristian Smith ist in London aufgewachsen, hat jamaikanisch-schwedische Wurzeln und arbeitet heute als Chefkoch in Stockholm. Die jamaikanische Esskultur lernte er bereits als Kind durch seinen Vater und bei Aufenthalten auf der Karibikinsel kennen. Mit diesem Buch beschäftigt er sich also nicht einfach mit einer exotischen Landesküche, sondern auch mit einem Teil seiner eigenen Familiengeschichte.

Das finde ich spannend. Denn Essen ist häufig viel mehr als die Zubereitung von Lebensmitteln. Es vermittelt Erinnerungen, verbindet Generationen und erzählt etwas über die Menschen und ihre Herkunft.

Genau diesen Eindruck vermittelt mir das Buch. Es möchte nicht nur zeigen, was auf Jamaika gegessen wird, sondern auch etwas von der Lebensart vermitteln, die hinter den Gerichten steht.

Rauch und Feuer: Was jamaikanisches Grillen besonders macht

Ein zentraler Bestandteil der jamaikanischen Küche ist Jerk. Dahinter steckt eine charakteristische Würz- und Grilltradition, bei der Marinaden, Gewürze und Rauch für den unverwechselbaren Geschmack sorgen.

Kristian Smith widmet dieser Zubereitungsart besondere Aufmerksamkeit. Das passt zum Untertitel des Buches und zum Gedanken des langsamen Garens: Zeit, Feuer und die richtige Würzung spielen eine wichtige Rolle.

Ich finde gerade diesen Ansatz reizvoll. Beim Grillen geht es schließlich nicht allein darum, Fleisch, Fisch oder Gemüse möglichst schnell fertigzubekommen. Wer sich Zeit nimmt, mit Gewürzen arbeitet und die Hitze kontrolliert, kann ganz andere Aromen entwickeln.

Das Buch beschränkt sich dabei nicht auf Grillgerichte. Zu den vorgestellten Klassikern zählen Ackee & Saltfish, Escovitch Fish und Curry Goat. Auch Gerichte wie Brown Stew Chicken und vegetarische Varianten gehören zur kulinarischen Reise.

Damit wird deutlich, dass Jamaikas Küche weit mehr zu bieten hat als das Bild von tropischen Früchten und scharf gewürztem Grillfleisch, das man vielleicht zuerst im Kopf hat.

Die Mischung aus Fleisch, Fisch, vegetarischen Gerichten, Beilagen und Süßem macht das Buch für mich abwechslungsreich. Es lädt dazu ein, eine Küche kennenzulernen, die mit kräftigen Aromen arbeitet und dennoch sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen zusammenbringt.

Und was kommt ins Glas?

Hier wird das Buch für mich auch aus Sicht von Getränke-Post besonders interessant.

Denn anders als bei vielen Kochbüchern werden Getränke nicht einfach als nebensächliches Thema behandelt. Sie gehören ausdrücklich zur kulinarischen Reise dazu.

Das finde ich wichtig. Ein gelungenes Essen besteht für mich nicht nur aus dem, was auf dem Teller liegt. Auch das Getränk kann den Genuss ergänzen, neue Aromen ins Spiel bringen und die Atmosphäre eines Abends prägen.

Bei einer jamaikanischen Küche bieten sich dafür viele Möglichkeiten. Würzige Grillgerichte, Fisch, fruchtige Komponenten und intensive Marinaden verlangen nicht alle nach demselben Begleiter.

Ein kühles, alkoholfreies Getränk mit Limette und frischen Kräutern kann beispielsweise eine erfrischende Ergänzung zu kräftig gewürzten Speisen sein. Fruchtige Getränke passen gut zum karibischen Charakter vieler Gerichte. Wer Alkohol genießen möchte, kann auch über Rum-basierte Cocktails nachdenken – schließlich ist Rum eng mit der Getränkekultur der Karibik verbunden.

Dabei muss es nicht immer ein Cocktail sein. Auch Wasser, ein alkoholfreies Mixgetränk oder ein passendes Bier können Teil eines gelungenen Essens sein. Für mich zählt vor allem, dass das Getränk zum Gericht und zum persönlichen Geschmack passt.

Besonders schön finde ich, dass die Getränkeperspektive hier nicht nachträglich an das Thema angehängt werden muss. Sie gehört bereits zum Konzept des Buches. So lässt sich aus einem Rezeptabend eine kleine kulinarische Reise machen: mit jamaikanischen Gerichten, passenden Getränken und der Neugier auf eine andere Esskultur.

Auch die Herstellung verdient Aufmerksamkeit

Ein Detail möchte ich bei diesem Buch ausdrücklich hervorheben: die Gestaltung und Herstellung.

Der Verlag setzt auf Recycling-Naturpapier mit dem Blauen Engel und einen Schutzumschlag, der aus Druckbögen gefertigt wird, die andernfalls im Altpapier landen würden. Auch das Hardcover besteht aus FSC-zertifiziertem Material. Auf eine zusätzliche Schutzfolie wird verzichtet.

Das ist für mich eine schöne Ergänzung zum Inhalt. Wenn sich ein Buch mit einem ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln beschäftigt und bei seiner Herstellung ebenfalls auf Materialbewusstsein achtet, passt das gut zusammen.

Natürlich macht eine nachhaltige Produktion allein noch kein gutes Kochbuch. Aber hier kommt sie zu einer Ausstattung hinzu, die mit Fotografien, Siebdruck und farbigem Heftfaden bewusst gestaltet wurde. Der besondere Schutzumschlag macht jedes Exemplar zudem zu einem kleinen Unikat.

Ich mag solche Details, weil sie zeigen, dass bei einem Buch nicht nur der Inhalt, sondern auch seine Herstellung durchdacht sein kann.

Mein persönliches Fazit

„Jamaika – Küche & Kultur“ gefällt mir, weil es für mich drei Dinge miteinander verbindet: eine spannende Familiengeschichte, eine charakteristische Landesküche und die Freude am gemeinsamen Genuss.

Die mehr als 50 Rezepte bieten einen abwechslungsreichen Einblick in jamaikanische Klassiker. Besonders interessant finde ich die Bedeutung von Jerk, Rauch und Feuer sowie die Bandbreite von Fisch und Fleisch bis zu vegetarischen Gerichten und Süßem.

Dass auch passende Drinks ihren Platz haben, macht das Buch für Getränke-Post zusätzlich interessant. Hier lässt sich die Küche nicht nur über ihre Zutaten und Zubereitungsarten entdecken, sondern auch über die Getränke, die ein Essen begleiten können.

Und schließlich gefällt mir die ressourcenschonende Buchproduktion. Sie ist ein zusätzliches Detail, das dieses hochwertig gestaltete Buch für mich abrundet.

Mein Eindruck: ein Kochbuch für alle, die beim Essen nicht nur satt werden, sondern etwas entdecken möchten. Wer Lust auf kräftige Aromen, karibische Grillkultur und neue Ideen für Speisen und Getränke hat, findet hier reichlich Inspiration.

Für mich ist „Jamaika – Küche & Kultur“ deshalb eine Einladung, den Alltag einmal hinter sich zu lassen. Vielleicht mit einem langsam gegarten Gericht, vielleicht mit einem neuen Rezept und einem passenden Drink – und vor allem mit genügend Zeit, um den Genuss nicht einfach nebenbei abzuhaken.

Denn genau darum geht es für mich beim guten Essen und Trinken: sich Zeit nehmen, Neues ausprobieren und gemeinsam genießen.

JAMAIKA

Buchdaten

Titel: Jamaika – Küche & Kultur – to the roots
Autor: Kristian Smith
Fotografie: Christian Gustavsson
Übersetzung aus dem Schwedischen: Elke Adams
Verlag: Hädecke Verlag
Umfang: 176 Seiten
Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag
Format: 21 × 24,5 cm
Besonderheiten: 109 Fotos, Recycling-Naturpapier mit dem Blauen Engel, FSC-zertifiziertes Material
ISBN: 978-3-7750-0807-5
Preis: 26,00 Euro