KI als digitaler Sommelier: Wine-Pairing-App Henri empfiehlt Wein passend zum Gericht

Welcher Wein passt zum Zürcher Geschnetzelten, zur Pasta oder zum Steak? Die Schweizer Plattform wine-pairing.online will die Weinauswahl mit künstlicher Intelligenz vereinfachen. Der digitale Sommelier „Henri“ analysiert Gerichte per Texteingabe oder Foto und gibt eine begründete Weinempfehlung. Auch Gastronomiebetriebe können ihre eigene Weinkarte digital einbinden.

Henri verbindet KI und Weinberatung

Die Auswahl eines passenden Weins soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz einfacher werden. Das Schweizer Angebot wine-pairing.online stellt dafür den digitalen Sommelier „Henri“ zur Verfügung.

Nutzer können ein Gericht eingeben oder fotografieren. Henri analysiert die Speise und schlägt dazu einen passenden Wein vor. Die Empfehlung soll dabei nicht nur ein Ergebnis liefern, sondern auch erklären, warum ein bestimmter Wein zum jeweiligen Gericht passt.

Damit steht nicht die Bewertung einzelner Weine im Mittelpunkt, sondern die Kombination aus Speise, Wein und persönlichem Geschmack.

Weinempfehlungen ohne Verkaufsinteresse

Nach Angaben des Anbieters ist Henri unabhängig von Weinverkäufen und zeigt keine Vergleichspreise. Die Empfehlungen sollen dadurch nicht an bestimmte Händler oder Marken gebunden sein.

Auch alkoholfreie Weine können bei der Auswahl berücksichtigt werden. Der Dienst ist nach Anbieterangaben kostenlos und ohne Registrierung nutzbar. Neben einer Web-App steht eine iPhone-App zur Verfügung; eine Android-Version soll folgen.

Digitaler Weinkeller erinnert an die optimale Trinkreife

Neben dem Food-Pairing bietet Henri Funktionen für den privaten Weinkeller. Nutzer können Weinflaschen über das Etikett erfassen und digital hinterlegen.

Ein Trinkreife-Alarm soll anschließend daran erinnern, wann ein Wein seinen optimalen Zeitpunkt erreichen könnte. Auf Wunsch kann die Anwendung zudem einen passenden Wein aus dem eigenen Bestand empfehlen.

Eigene Weinkarte wird zum digitalen Sommelier

Besonders interessant ist das Konzept für Restaurants und Weinhandel. Gastronomiebetriebe können ihre eigene Weinkarte als PDF hochladen oder automatisch mit ihrer Website abgleichen.

Über einen QR-Code am Tisch können Gäste anschließend direkt Fragen zu den angebotenen Weinen stellen. Henri empfiehlt dabei nach Angaben des Anbieters ausschließlich Weine, die tatsächlAch auf der jeweiligen Karte b

eziehungsweise im Bestand des Hauses vorhanden sind.

Die Idee dahinter: Gäste sollen bei der Weinauswahl sicherer werden und dadurch leichter eine Bestellung treffen. Henri versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung und nicht als Ersatz für den persönlichen Sommelier.

Mehrsprachige Weinberatung für die Gastronomie

Die digitale Beratung soll zudem in mehreren Sprachen funktionieren. Damit könnte das System insbesondere für Restaurants mit internationalem Publikum interessant sein.

Für die Gastronomie entsteht dadurch ein zusätzlicher digitaler Kontaktpunkt zwischen Gast, Speisekarte und Weinkarte. Gerade bei Gästen, die wenig Erfahrung mit Wein haben, kann eine verständlich erklärte Empfehlung die Hemmschwelle bei der Bestellung reduzieren.

KI verändert auch die Weinbranche

Mit Anwendungen wie Henri erreicht künstliche Intelligenz zunehmend Bereiche, die bislang stark von persönlicher Beratung geprägt waren. Bei der Weinwahl geht es dabei weniger darum, Fachwissen vollständig zu ersetzen, sondern Informationen schneller und niedrigschwelliger verfügbar zu machen.

Für Restaurants und Weinhandel könnte die Verbindung aus eigener Weinkarte, QR-Code und KI-Beratung künftig eine interessante Möglichkeit sein, digitale Services direkt mit dem Verkauf zu verbinden.