Melitta erzielt leichtes Absatzplus
Die Melitta-Gruppe hat ihre Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben erfolgreich fortgesetzt. Trotz eines herausfordernden Konsum- und Marktumfelds konnte das Familienunternehmen sein Absatzvolumen insgesamt leicht steigern.
Der Umsatz belief sich auf 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Melitta noch 1,3 Milliarden Euro erzielt. Das Unternehmen führt den Rückgang unter anderem auf die gesunkenen Rohkaffeepreise zurück, deren Entwicklung an Kunden weitergegeben worden sei. Zusätzlich wirkten sich der Verkauf eines Unternehmens in Italien und die Aufgabe des Spezialpapiergeschäfts in Neu Kaliß auf den Vergleich aus. Bereinigt um diese Effekte beziffert Melitta das Umsatzwachstum auf rund sieben Prozent.
„Wir sind mit dem ersten Halbjahr 2026 sehr zufrieden“, erklärt Jero Bentz, Mitglied der Unternehmensleitung. Die Entwicklung bestätige den strategischen Kurs des Unternehmens.
Ertragskraft verbessert sich deutlich
Auch bei der Ertragskraft sieht Melitta Fortschritte. Das EBITDA – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – lag nach den ersten sechs Monaten bei knapp 90 Millionen Euro. Damit erreichte es bereits das Niveau des gesamten Geschäftsjahres 2025.
Das Unternehmen sieht darin eine Bestätigung der 2025 eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung seiner wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit. Langfristiges Ziel bleibt eine zweistellige EBITDA-Marge.
Auch die finanzielle Stabilität habe sich weiter verbessert. Ein vorausschauendes Bestands- und Kostenmanagement stütze die Liquidität. Den Verschuldungsgrad beziffert Melitta auf 1,8.
Südamerika und Deutschland entwickeln sich positiv
Zu den Wachstumstreibern im ersten Halbjahr gehörte insbesondere das Geschäft in Südamerika. Auch das Kaffeegeschäft in Deutschland entwickelte sich stabil.
Bei Melitta Professional Coffee Solutions verlief das Geschäft mit professionellen Kaffeelösungen laut Unternehmen ebenfalls zufriedenstellend. Damit konnten Rückgänge im europäischen Elektrokleingerätegeschäft für Haushalte mehr als ausgeglichen werden.
Weitere Internationalisierungsaktivitäten in Europa, insbesondere in den Bereichen Kaffee, fresh at work und Roast Market, entwickelten sich nach Unternehmensangaben planmäßig und trugen zur positiven Gesamtentwicklung bei.
Melitta investiert in den Standort Bremen
Kaffee und Kaffeezubereitung bleiben zentrale Schwerpunkte der Unternehmensstrategie. In den kommenden fünf bis sechs Jahren plant Melitta Investitionen von rund 100 Millionen Euro am Standort Bremen. Dort soll voraussichtlich die größte Kaffeerösterei Europas entstehen.
Ein weiteres Signal für die Positionierung im Kaffeesegment ist die Auszeichnung der Melitta Manufaktur in Bremen als „Röster des Jahres“ durch das Fachmagazin crema.
Neben Kaffee setzt das Familienunternehmen weiterhin auf Lösungen für die Kaffeezubereitung und intelligente Haushaltshelfer. Durch die internationale Ausrichtung will Melitta seine Abhängigkeit von einzelnen regionalen Marktentwicklungen verringern.
Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Melitta, dass sich die insgesamt positive Geschäftsentwicklung fortsetzt. Das Unternehmen will seinen strategischen Kurs weiterverfolgen und die internationale Präsenz ausbauen.
Dabei bleiben volatile Märkte, geopolitische Unsicherheiten und die Entwicklung der Rohstoffpreise wichtige Rahmenbedingungen. Nach Einschätzung der Unternehmensleitung sieht sich Melitta durch die umgesetzten Maßnahmen und das konsequente Kosten- und Bestandsmanagement dafür gut aufgestellt.



