Pizza, Quiche, Tarte & Pie – Aus dem Ofen direkt auf den Tisch

Pizza kennt jeder. Quiche auch. Aber was passiert, wenn man den Gedanken an Teig und Belag einmal völlig neu denkt? Carolin Strothe zeigt in „Natürlich aus dem Ofen“, wie vielseitig Pizza, Quiche, Tarte und Pie sein können. Für mich ist das vor allem ein Buch für Menschen, die gerne ausprobieren – und zu einem guten Ofengericht gehört für mich natürlich auch die Frage: Was kommt ins Glas?

Polenta Pizza

Quizza,ideal für den Winter

Mehr als Pizza

Ich mag Kochbücher, die einem nicht vorschreiben, was man kochen soll, sondern die eigene Ideen auslösen.

Genau diesen Eindruck hatte ich bei „Natürlich aus dem Ofen“.

Schon der Titel macht klar, dass es hier um weit mehr geht als um Pizza. Mehr als 100 Rezepte zeigen, wie vielseitig sich Teig mit unterschiedlichen Zutaten kombinieren lässt – herzhaft und süß, klassisch und ungewöhnlich, leicht und durchaus deftig.

Und genau diese Mischung macht das Buch für mich interessant.

Da findet sich beispielsweise eine Erbsen-Spargel-Quiche ebenso wie eine Heidelbeerpizza mit Mandelstreuseln. Dazu kommen Focaccia, Pies, Tartes und weitere Ofengerichte. Die Rezepte orientieren sich stark an saisonalen Zutaten und lassen sich vielfach verändern.

Das gefällt mir besonders.

Denn gerade beim Kochen zu Hause hat man nicht immer exakt das zur Hand, was im Rezept steht. Wenn ein Kochbuch Möglichkeiten zum Austauschen und Variieren anbietet, wird es für mich alltagstauglicher.

Saison statt Einheitsbrei

Carolin Strothe setzt auf Gemüse, Obst, Kräuter und weitere saisonale Zutaten. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten gedacht – und das finde ich bei diesem Buch besonders passend.

Im Frühling kann der Spargel auf den Teig, im Sommer kommen frische Kräuter und Gemüse dazu, im Herbst Kürbis oder Äpfel und im Winter kräftigere Zutaten.

So wird aus einem vermeintlich einfachen Ofengericht eine Küche, die sich mit dem Jahreslauf verändert.

Auch die Verwendung von Dinkel und anderen Urgetreiden sowie die zahlreichen Austauschmöglichkeiten finde ich interessant. Dazu kommen Optionen für veganes und glutenfreies Backen.

Dabei habe ich nicht den Eindruck, dass hier krampfhaft versucht wird, einen Ernährungstrend nach dem anderen abzuarbeiten. Vielmehr scheint die Idee zu sein: Man kann ein gutes Ofengericht auf ganz unterschiedliche Weise zubereiten.

Jetzt wird es für Getränke-Post interessant

Und natürlich habe ich beim Durchblättern irgendwann nicht mehr nur überlegt, welches Rezept ich ausprobieren würde.

Ich habe überlegt, was ich dazu trinken würde.

Denn Pizza, Quiche, Tarte und Pie sind für mich geradezu ideale Begleiter für Getränke.

Zu einer klassischen Pizza denke ich zuerst an italienischen Wein – beispielsweise einen frischen Rotwein oder einen gut gekühlten Rosé. Bei einer Gemüse-Quiche kann ich mir dagegen einen trockenen Weißwein sehr gut vorstellen. Eine kräftigere Tarte mit Zwiebeln oder Käse verlangt für meinen Geschmack wiederum nach einem anderen Begleiter.

Und dann gibt es die süßen Varianten.

Eine Heidelbeerpizza mit Mandelstreuseln ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem vermeintlich einfachen Backgericht plötzlich ein Dessert werden kann. Dazu muss es nicht zwingend Kaffee sein. Ein aromatischer Dessertwein, ein Süßwein oder einfach ein guter Espresso können ganz unterschiedliche Akzente setzen.

Genau solche Kombinationen machen für mich den Reiz von Essen und Trinken aus.

Das Schöne am Ofen

Was ich an diesem Buch besonders mag, ist die Bodenständigkeit der Grundidee.

Teig, Gemüse, Obst, Käse und ein guter Ofen – mehr braucht es manchmal gar nicht.

Und trotzdem entstehen daraus unglaublich unterschiedliche Gerichte.

Pizza kann rustikal sein, eine Quiche elegant, eine Tarte fein und eine Pie richtiges Comfort Food. Das Buch zeigt für mich sehr schön, dass man aus wenigen Grundprinzipien eine erstaunliche Vielfalt entwickeln kann.

Die zahlreichen Fotos tun dabei ihr Übriges. Sie machen das Buch zu einem, das ich wahrscheinlich nicht einfach nach einem einmaligen Durchblättern ins Regal stellen würde. Dafür gibt es zu viele Ideen, die man sich merken oder ausprobieren möchte.

Mein persönliches Fazit

„Natürlich aus dem Ofen: Pizza, Quiche, Tarte & Pie“ ist für mich ein Kochbuch für Menschen, die gerne mit Zutaten spielen und nicht jedes Rezept sklavisch nachkochen möchten.

Besonders gut gefällt mir die Verbindung von saisonalen Zutaten und einer großen Bandbreite an herzhaften und süßen Rezepten. Aus Pizza, Quiche, Tarte und Pie wird hier keine langweilige Wiederholung bekannter Klassiker, sondern eine ziemlich große Spielwiese.

Und genau deshalb passt das Buch für mich auch sehr gut zu Getränke-Post.

Denn sobald Essen abwechslungsreicher wird, wird auch die Frage nach dem passenden Getränk interessanter.

Für mich gehört ein Glas Wein, ein gutes Bier, ein alkoholfreier Aperitif oder – bei den süßen Varianten – Kaffee beziehungsweise ein Dessertwein genauso zum Genuss wie das Gericht selbst.

Das Buch liefert dafür die kulinarische Grundlage.

Den passenden Inhalt fürs Glas darf man anschließend selbst entdecken.

Und genau das macht für mich Spaß.

Buchdaten

Titel: Natürlich aus dem Ofen: Pizza, Quiche, Tarte & Pie – Herzhaft & süß durchs ganze Jahr
Autorin: Carolin Strothe
Verlag: Dorling Kindersley Verlag GmbH
Seiten: 208
Ausstattung: Hardcover mit Lesebändchen und farbigen Fotos
ISBN: 978-3-8310-5305-6
Preis: 28,00 Euro