Kaffee gehört zur Geschichte Puerto Ricos
Die Kaffeekultur Puerto Ricos reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Damals brachten die Spanier die Kaffeepflanze auf die Insel. Vor allem die fruchtbaren Höhenlagen boten günstige Bedingungen für den Anbau.
Im 19. Jahrhundert gewann puerto-ricanischer Kaffee zunehmend an Bedeutung. Nach überlieferten Berichten wurde der Kaffee unter anderem am spanischen Königshof und im Vatikan ausgeschenkt.
Heute prägen vor allem kleinere Produzenten die Kaffeekultur der Insel. Traditionelle Anbaumethoden werden dabei zunehmend mit modernen Ansätzen bei Qualität und Bewirtschaftung verbunden.
Von Ponce in die Kaffeeberge
Eine Reise auf den Spuren des puerto-ricanischen Kaffees kann in Ponce an der Südküste beginnen. Die Stadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelszentrum. Über den Hafen wurden große Mengen Kaffee nach Europa verschifft.
Im historischen Zentrum rund um die Plaza de las Delicias erinnern unter anderem das ehemalige Feuerwehrhaus Parque de Bombas und die Kathedrale Nuestra Señora de Guadalupe an die Geschichte der Stadt.
Auch das Museo Castillo Serrallés bietet Einblicke in die Geschichte des Kaffeeanbaus und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Das Museum Hacienda Buena Vista in der Umgebung beschäftigt sich ebenfalls mit der landwirtschaftlichen Geschichte Puerto Ricos.
Lokale Geschäfte und familiengeführte Cafés bieten zudem die Möglichkeit, verschiedene Kaffees der Insel kennenzulernen.
Kaffeeanbau in der Zentralen Gebirgskette
Von Ponce führt die Route in das bergige Landesinnere. Eine wichtige Station ist die Gemeinde Jayuya, die sowohl für den Kaffeeanbau als auch für das indigene Erbe Puerto Ricos bekannt ist.
Sehenswürdigkeiten wie Tres Picachos, die Hacienda San Pedro und das El Cemí Museum verbinden Natur, Landwirtschaft und Geschichte. Auf lokalen Kaffeeprojekten können Besucher den Weg der Bohne vom Anbau bis in die Tasse nachvollziehen.
Kleine Wanderungen durch die Plantagen vermitteln dabei einen direkten Eindruck von der Handarbeit im Kaffeeanbau. Der Kaffee aus Puerto Rico wird in der PM unter anderem mit süßen und fruchtigen Noten, einer klaren Säure und einer samtigen Textur beschrieben.
So wird Kaffee in Puerto Rico bestellt
Zur Kaffeekultur gehört auch eine eigene Terminologie. Je nach Stärke, Milchanteil und Zubereitung werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet.
Ein prieto oder negro steht für schwarzen Kaffee ohne Milch. Der puya wird ebenfalls ohne Milch und Zucker serviert. Wer einen besonders kräftigen Kaffee mit nur wenig Milch möchte, kann einen cargao oder oscurito bestellen.
Der cortadito kombiniert Espresso mit einer kleinen Menge aufgeschäumter Milch. Bei der mitad y mitad werden Kaffee und Milch zu gleichen Teilen kombiniert. Der bibí enthält mehr Milch und ist entsprechend milder.
Ein pocillo wird als konzentrierter Espresso in einer kleinen Tasse serviert. Der aguao ähnelt dagegen einem Americano und wird mit mehr Wasser zubereitet.
Kaffeeernte von August bis März
Die offizielle Kaffeeernte in Puerto Rico reicht nach Angaben von Discover Puerto Rico von August und September bis in den Februar oder März. Besonders im letzten Quartal des Jahres herrscht auf den Farmen Hochbetrieb.
Dann tragen die Kaffeepflanzen zahlreiche reife, rote Früchte. Wer die Anbaugebiete erkunden möchte, kann verschiedene Kaffeefarmen und Ortschaften im Landesinneren mit dem Mietwagen ansteuern.
Die bergigen Straßen führen dabei durch die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete und verbinden Plantagen, Naturattraktionen und historische Orte.
Kaffee als Teil der puerto-ricanischen Kultur
Puerto Ricos Kaffeekultur verbindet damit mehrere Aspekte: die Geschichte des Anbaus, die Arbeit kleiner Produzenten, regionale Besonderheiten und eine ausgeprägte Kaffeetradition in den Cafés.
Für Besucher bietet die Kaffeeroute zugleich einen Einblick in eine Getränkekultur, die sich deutlich von den klassischen Strand- und Karibikmotiven der Insel unterscheidet.





